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Pirineos Centrales – Aragón

Auf abenteuerlichen Wegen geht es weiter hinauf zum Col du Somport hinüber nach Aragonien. Eine aufgegebene Bahnstrecke mitsamt ihren Viadukten und Tunneln prägt das Tal rechts und links der Straße. Leider wird die alte Passstraße immer wieder von der neuen gefressen, so dass ein dortiges befahren nur auf sehr kurzen Abschnitten möglich ist. Auf dem “gereiften Weg”?? beziehungsweise dem chemin de mâture geht es dann nur noch per Pedes weiter, obwohl der Name eigentlich anderes suggeriert? Aber vermutlich versagt nur mal wieder die Übersetzungsapp 😉  Vorbei am ehemaligen Grenzwachtposten Fort du Portalet wurde dieser in die senkrechte Wand geschlagene Weg früher einmal zum Holztransport benutzt. Mir erscheint diese Anstrengung etwas verwunderlich, da ein Transport es auf der anderen Seite über den Col d’Arras viel einfacher aussieht?! Am Col du Somport wechsle ich auf die spanische Seite und somit zum Colado Somport. Abseits des Ausflugsverkehrs und voller Parkplätze finde ich dort hinter einer verlassenen Militärkaserne ein einsames Tal direkt über dem Straßentunnel in dem es sich aushalten lässt. Am nächsten Morgen erkundigt sich sogar freundlich eine Streife der Guardia Civil nach meinem Wohlbefinden und wünscht mir einen schönen Tag!

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Weiter ostwärts vorbei an Castellio de Jaca, wo es sich an einem langsam zerfallenden Viadukt an einigen als Badebecken umfunktionierten Rückhaltestufen bei Temperaturen über 30°C auch gut aushalten ließe, was natürlich bereits einige Einheimische zu nutzen wissen, geht es hinauf in die Sierra de Baraguas, wo sich gar ein eigener Pool samt Fischen darin finden lässt. Trotz sengender Hitze ist ein Streifzug durch das lange aufgegebene und verfallene Bergdorf Larrosa noch ein “must do” bevor auf der Passhöhe mit hervorragender Rundumsicht das Nachtlager aufgeschlagen wird und erst einmal die Nervennahrung für die bevorstehende Talfahrt eingenommen wird. Guckst Du hier 😉

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Nun gelingt es natürlich nicht jeden Tag die touristischen Hotspots zu umgehen und obwohl die Zufahrt von Torla nach Bujaruelo teilweise doch etwas anspruchsvoller ist, bleibt am Ende der Piste als einzige legale Übernachtungsmöglichkeit ein kleiner aber offenbar gut besuchter Campsite am Rio Ara. Glücklicherweise leert es sich am Montag dann doch noch etwas, und wegen der nicht ganz so eintreffenden Wettervorhersage gerate ich beim Abstieg vom Ibon de Bernatuara in ein derartiges Gewitter, welches nicht nur den Wanderweg in reißende Gebirgsbäche verwandelt sondern auch noch eine weitere Übernachtung erfordert, um nach Nutzung der vorhandenen Waschmaschine alles wieder trocken zu bekommen. Bei in der Morgensonne dampfenden Wiesen kein einfaches Unterfangen.

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In Torla entdecke ich in etwas abgelegenen Gassen ein kleines und originelles Café in einem Garten, welches aber leider noch geschlossen hat. Es sieht alles noch recht neu aus, so dass ich dieser gemütlichen Geschäftsidee nur viel Erfolg wünschen kann. Ich dagegen habe auf der Piste in die Sierra de las Cutas zunächst weniger Erfolg, nach etwa 2km ist diese durch eine “Barerra” versperrt und ich frage mich wiederholt warum darauf nicht bereits am Beginn der Piste hingewiesen wird? Also geht es wieder zurück und außen herum über langweilige Asphaltpisten, um von der anderen Seite einen zweiten Versuch zu starten. Da die dortige Schranke geöffnet ist und ich das kleine Wachhäuschen unbesetzt vorfinde, gelingt der Aufstieg letztendlich auf einer gut ausgebauten Schotterpiste, auf der sich auch mal das Panorama ohne Nervenkitzel genießen lässt. Guckst Du hier. Abseits der touristischen Pfade lässt sich nun auch das Vale de Ordesa panoramareich von oben aus erkunden. Den zahlreichen Murmeltieren gefällt es offenbar ebenso gut wie mir. Von der Refugio de Góriz bricht eine kleine Gruppe mit Eispickeln bewaffnet in Richtung Brecha de Rolando auf. Auf meiner Tour ist allerdings von Gletschern nichts mehr auszumachen, bestenfalls erkenne ich noch Altschneefelder und die markanten Spuren unlängst von Gletschern bedeckter Felsen. Für die zahlreichen smaragtgrünen Seen im Cañón de Añisclo findet sich aber immer noch genug Wasser welches den Río Bellós hinab stürzt. Baden ist allerdings offiziell verboten, vermutlich hat man Angst dass es den einen oder anderen hinunter spülen könnte 😉

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Valle de Ordesa y Monte Perdido Panorama

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Daher geht’s zur vermeindlichen Abkühlung talwärts an den erstaunlicherweise randvoll gefüllten Embalse de Median, wobei das mit der Abkühlung relativ ist, um es moderat auszudrücken ist der See leicht übertemperiert. Daher wird nach ausgiebiger Stellplatzsuche das Kajak für weitere sportliche Tätigkeiten reaktiviert 😉 Doch davon mehr im nächsten Teil.

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to be continued: Pyrenäen 2020 part3

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