from coast to sky

die erste Etappe unserer Pyrenäenreise führt uns über Belgien nach Frankreich, wo wir an zwei verschlafenen Dörfern unser Nachtlager aufschlagen. Waren Mautgebühren bis nach Poupehan in Belgien zunächst kein Thema, so wurde es in Frankreich schon etwas kniffeliger. Weil unsere Reisegeschwindigkeit ohnehin nicht sonderlich hoch ist, versuchen wir die Mautstrecken vollständig zu vermeiden, was beinahe einfach wäre, wenn man alle vier meist nicht vorhandenen Augen offen hält. Bei Reims erwische ich wegen der unzureichenden routing Information doch glatt den falschen Abzweiger, der uns dann für 1,50 € auf kleinem Umweg ein echtes Autobahn feeling erleben läßt 🙂 Ein wirklicher Unterschied zu den mautfreien Schnellstraßen ist allerdings nicht zu erkennen. Bis zu unserem zweiten Stop in der Nähe des wohlklingenden Dörfchens “Massaker von Oradour” kommen wir dann aber planmäßig voran. Auf der letzte Reiseetappe vor den Pyrenäen beschließen wir wegen des schönen Wetters einen kleinen Abstecher an der Antlantik. Prompt erwischt uns doch noch die Mautfalle, offenbar ein neuer Mautabschnitt auf der A63 zwischen Labouheyre und Castets, der auf unseren Karten nicht verzeichnet ist. Es gibt zwar immer genau ein einziges kleines Schildchen, welches weit vor einer Ausfahrt auf den Péage Abschnitt hinweist, wer das aber übersieht bekommt an der letzten Ausfahrt vor der Mautstrecke keinen Hinweis mehr. So wird die Kaffeekasse doch noch mit zusätzlichen 5,60 € belastet 😉 Anschließend erkunden wir dann die Gegend um Moliets et Maa, einem kleinen und schön angelegtem Urlaubsdomizil an der Biskaya, welches aber dank der Vorsaison gerade erst aus dem Winterschlaf erwacht und somit nahezu ausgestorben ist. Da die Kaffeekasse noch gut gefüllt ist wird am Morgen erst einmal die Boulangerie gestürmt in der wir uns mit Croissants und Baguette eindecken.

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Nach einem weiteren Vormittag am Strand geht es dann hinauf in die Berge wo wir am Nachmittag noch einen kleinen Spaziergang zur Hängebrücke Passerelle d’Holzarte unternehmen. Tags darauf leuchtet uns bereits der letzte Schnee des Winters am Col de la Pierre Saint Martin entgegen. Von dort geht es über die Grenze nach Spanien, welches uns lediglich mit dem Namen der Komune Navarra empfängt, und weiter zur Refugio da Linza, wo wir unsere erste längere Wanderung starten wollen. Begleiteten uns in Frankreich bislang nur Kühe und sehr viele Adler, prägen nun auch frei laufende Pferde die Landschaft und zeitweise auch mal die Straßen. Per Pedes geht es von der Refugio de Linza hinauf zum Pic d’Ansabère, vor dessen 2370 m hohem Gipfel wir allerdings kapitulieren und alternativ eine möglichst lawinenfreie Hangtraverse durch den sulzigen Altschnee suchen. Den schönen Tag beschließen wir bei einem Gläschen Roten an einem kleinem Bach unterhalb der Refugio, wo wir allerdings nach einem Besuch eines durchaus netten Rangers nicht über Nacht stehen dürfen. Wenn wir etwas oberhalb auf einen asphaltierten Parkplatz wechseln würden, dann hätte er nichts gesehen.

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Pirineos

Am frühen Morgen wird die Glockenvielfalt der Pferde und Kühe noch um die Glocken einer riesigen Herde von Schafen und Ziegen ergänzt, die zunächst einmal für eine ausgedehnte Zwangspause sorgen. Die Dimension einiger Glocken scheint aber erheblich übertrieben zu sein, und wir hoffen, dass diese spätestens nach dem Auftrieb durch kleinere ersetzt werden. Auf dem Weg zum Barranco de Agüerri erkunden wir die schmalen Gassen des Bergdorfes Ansó und erstehen in einem kleinen versteckten Laden ein Baguette. Bislang konnten wir allerdings nirgendwo frische Milch erstehen, diese scheint es trotz ausreichend vorhandener Milchlieferanten in den ganzen westlichen Pyrenäen nicht zu geben 😮 , so dass wir vorübergehend auf H-Milch zurückgreifen müssen 🙁

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Nach einem bummeligen Pausentag geht es einige Täler weiter östlich schon wieder hinauf zur Refugio Gabardito und von dort in Richtung des 2670 m hohen Bisaurin. Zum Glück bleibt es nur bei der Richtung und dieser Berg ist auch vom gegenüberliegenden Puntal Alto de lo Foratón mit 2154 m gut anzuschauen 🙂 Ohnehin sollte der zu Füßen liegende Blumenvielfalt mehr Beachtung geschenkt werden, Enzian wohin man auch sieht. Und Pause geht sowieso immer gut, auch nach einem Pausentag 😉

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Zwei Täler weiter im Valle de Aísa wird das ganze dann mit noch wechselvolleren Panoramen am Mallos de Lecherin getoppt. Allerdings werden wir hier von den Parkrangern freundlich belehrt, dass ein Übernachten im Parque Naturale nicht gestattet sei, auch wenn es sich hier nicht um einen Parque Nationale handele. Und obwohl das Schild mit dem Hinweis des Übernachtungs- und Befahrungsverbotes erst am Gatter der weiterführenden und gesperrten Straße steht, darf der Ranger die schöne Piste hinter dem Gatter dennoch befahren. Ranger müsste man sein 😉 Wir machen uns also auf den Weg weiter nach Osten bis hinunter nach Aratorés, über eine teils noch schlammige Piste mitten durch ein Jagdrevier – davon aber mehr im nächsten Teil, wenn es in die Hautes-Pyrénées geht.

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to be continued Pyrenäen 2019 part2

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